Landwirte

Bezugsberechtigte

Landwirtschaftliche Betriebsleiter (einschliesslich Alpbetriebe) und Berufsfischer haben Anspruch auf Familienzulagen als selbständige Landwirte.
Die dem Betriebsleiter am nächsten stehenden Familienmitglieder werden selbständigen Landwirten gleichgestellt. Es handelt sich insbesondere um :

  • den Ehegatten des Betriebsleiters;
  • die Verwandten des Betriebsleiters in direkter auf- und absteigender Linie, sowie deren Ehegatten;
  • den Schwieger- oder Stiefsohn, die Schwieger- oder Stieftochter, wenn der/die Betreffende voraussichtlich den Betrieb zur Selbstbewirtschaftung übernehmen wird.

Familienzulagenregister

Im Familienzulagenregister sind die Informationen über Familienzulagen zentralisiert, die nach schweizerischem Recht für Kinder mit Wohnsitz in der Schweiz oder im Ausland ausgerichtet werden. Sein Zweck ist primär mit Transparenz zu verhindern, dass für ein Kind mehrfach Familienzulagen bezogen werden. Im Weiteren soll es den Durchführungsstellen den Vollzug des Familienzulagengesetzes (FamZG) erleichtern und dem Bund und den Kantonen als Auskunftsstelle dienen.

Vollen Zugang zum Register haben ausschliesslich die Durchführungsstellen und deren Aufsichtsbehörden. Die Öffentlichkeit hat über Internet einen beschränkten Zugang zum Register (siehe untenstehende Link). Für die Abfrage, ob und von welcher Stelle für ein Kind eine Familienzulage ausgerichtet wird, müssen die Versichertennummer der AHV und das Geburtsdatum des Kindes angegeben werden. Diese Abfragemöglichkeit erfüllt ein sozialpolitisches Anliegen : Es kommt immer wieder vor, dass der anspruchsberechtigte Elternteil die Familienzulage nicht an den Elternteil weiterleitet, bei dem das Kind lebt, obwohl er gesetzlich dazu verpflichtet wäre, oder dass Eltern die Familienzulagen nicht für die Bedürfnisse ihrer Kinder verwenden. In diesen Fällen wird die Internetabfrage den betroffenen Elternteilen und mündigen Kindern erleichtern, zu ihrem Recht zu kommen.

Kinder, die Anrecht auf Zulagen haben

Folgende Kinder können Anrecht auf Zulagen geben :

  • die ehelichen Kinder;
  • die ausserehelichen, anerkannten oder gerichtlich zugesprochenen Kinder;
  • die Adoptivkinder;
  • die Kinder des Ehegatten, die im gemeinsamen Haushalt leben oder zu deren Unterhalt der Anspruchsberechtigte überwiegend aufkommt;
  • die Pflegekinder, die dauernd und unentgeltlich aufgenommen werden;
  • die Geschwister und Enkelkinder des Anspruchsberechtigten, sofern er für deren Unterhalt dauernd und in überwiegendem Mass aufkommt.

Mehrfachanspruch

Für jedes Kind kann nur eine Zulage entrichtet werden.
Wenn mehrere Personen einen Anspruch auf Familienzulagen gemäss der eidgenössischen oder kantonalen Gesetzgebung geltend machen können, so wird dieser in folgender Rangordnung zugesprochen :

  1. der erwerbstätigen Person;
  2. der Person, welche die elterliche Sorge hat oder bis zur Mündigkeit des Kindes hatte;
  3. der Person, bei der das Kind überwiegend lebt oder bis zu seiner Mündigkeit lebte;
  4. der Person, auf welche die Familienzulagenordnung im Wohnsitzkanton des Kindes anwendbar ist;
  5. der Person mit dem höheren AHV-pflichtigen Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit;
  6. der Person mit dem höheren AHV-pflichtigen Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit.

Richten sich die Familienzulagenansprüche der erst- und der zweitanspruchsberechtigten Person nach den Familienzulagenordnungen von zwei verschiedenen Kantonen, so hat die zweitanspruchsberechtigte Person Anspruch auf den Betrag, um den der gesetzliche Mindestansatz in ihrem Kanton höher ist als im anderen.
Die besonderen im eidgenössischen oder kantonalen Gesetz oder deren Ausführungsreglementen vorgesehenen Bestimmungen bleiben vorbehalten.
Die durch eine andere kantonale Ordnung oder den Bund gewährten vollen Leistungen gleicher Art können das Anrecht auf Zulagen gemäss freiburgischer Gesetzgebung ausschliessen.

Berechnung der Prioritätsreihenfolge

Die verschiedenen Zulagenarten

Tabelle der Kinderzulagen :

GebietZulagenartBetrag in CHF
TalKinderzulage
 
Ausbildungszulage
200.00

250.00
BergKinderzulage

Ausbildungszulage
220.00

270.00

Selbständige Landwirte haben keinen Anspruch auf Haushaltungs- und Geburtszulagen.

Dauer der Zulagenberechtigung

Die Kinderzulage wird ab dem Geburtsmonat bis zu dem Monat ausgerichtet, in dem das Kind das 16. Altersjahr vollendet.
Die infolge Invalidität oder festgestellter chronischer Krankheit vollständig arbeitsunfähigen Kinder geben Anrecht auf Kinderzulagen bis zu dem Monat, in dem sie ihr 20. Altersjahr vollenden.

Ausbildungszulage

Ab 1. August 2020 wird die Ausbildungszulage (Zuschlag von CHF 60.00) ab Beginn des Monats gewährt, in dem das Kind die nachobligatorische Schul- und Berufsausbildung beginnt, frühestens jedoch ab Beginn des Monats, in dem das Kind das 15. Lebensjahr vollendet; befindet sich das Kind bei Vollendung des 16. Lebensjahres noch in der Schulpflicht, so wird die Erziehungszulage ab dem Monat nach Vollendung des 16 Lebensjahr gewährt. Die Ausbildungszulage wird bis zum Ende der Ausbildung des Kindes gezahlt, spätestens jedoch bis zum Ende des Monats, in dem das Kind das Alter von 25 Jahren erreicht. Der Anspruch auf die Zulage wird erlischt, wenn das eigene Einkommen des Kindes die maximale volle AHV-Altersrente (CHF 2'390.00 pro Monat oder CHF 28'680.00 pro Jahr) übersteigt. Volljährige Studierende oder Praktikanten können beantragen, dass ihnen die Zulage persönlich ausbezahlt wird, wenn sie vom Leistungsempfänger keine Unterhaltsbeiträge erhalten.

Die Auszahlung der Zulage

Die Ausrichtung der Zulagen an die hauptberuflich tätigen selbständigen Landwirte erfolgt pro Quartal, für die nebenberuflichen tätigen selbständigen Landwirte einmal im Jahr.
Die Zulagen werden direkt mit den geschuldeten, persönlichen AHV/IV/EO-Beiträgen verrechnet.

Auskunftspflicht

Der Bezüger muss die Kasse unverzüglich über alle Umstände in Kenntnis setzen, die eine Verminderung oder Aufhebung der Zulagenberechtigung zur Folge haben könnten: Aufgabe der landwirtschaftlichen Tätigkeit, Aufnahme oder Aufgabe einer Erwerbstätigkeit auch durch den Ehegatten, Scheidung oder Trennung, Geburt oder Tod eines Kindes, Aufnahme, Unterbruch oder Aufgabe von Studien oder der Lehre usw.
Zu Unrecht bezogene Leistungen müssen rückerstattet werden. Das Recht, die Rückerstattung zu verlangen, verjährt nach einem Jahr vom Zeitpunkt an, in dem die Kasse von den Umständen Kenntnis erhielt, die eine Rückerstattung rechtfertigen, auf alle Fälle fünf Jahre nach der beanstandeten Zulagenzahlung.

Gesuchstellung

Die Leistungen werden nur bewilligt, wenn die Betreffenden ihren Anspruch mittels der hierfür vorgesehenen amtlichen Fragebogen geltend machen. Das Gesuch ist an die kantonale Ausgleichskasse für Familienzulagen zu richten. Die erforderlichen Bescheinigungen und Dokumente sind beizulegen.
Die Nachforderung nicht bezogener Zulagen ist auf die letzten fünf Jahre vor der Gesuchstellung beschränkt.

Merkblatt

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt der Informationsstelle AHV :