Rückerstattung der Krankheitskosten

Anspruchsberechtigung

Die Krankheits- und Behinderungskosten können nur dann vergütet werden, wenn sie nicht bereits durch eine Versicherung (Krankenkasse, Unfall-, Haftpflicht- oder Invaliditätsversicherung, usw.) gedeckt sind.
Die Krankheits- und Behinderungskosten werden auf Grund einer vorherigen Berechnung der AHV/IV-Ergänzungsleistung (EL) zurückgezahlt.
Bei einem Recht auf EL, aufgrund eines Ausgabenüberschusses, werden die Krankheits- und Behinderungskosten ab der 1. Franken zurückgezahlt. Bei EL-Ablehnungen, aufgrund eines Einnahmeüberschusses, werden die Krankheits- und Behinderungskosten nach Abzug des Einnahmeüberschusses zurückgezahlt.

Arten der Kosten, die zurückgezahlt werden können

Zusätzlich zu den järhlichen Ergänzungsleistungen können sich Personen mit einem Anspruch auf EL folgende Kosten rückerstatten lassen :

  • Zahnbehandlung. Wenn die befürwortete Behandlung sich als hoch erweist (mehr als CHF 1'000.00), wäre es gut zuerst einen Kostenvoranschlag zu adressieren (siehe auch Rubrik "Kosten für Zahnbehandlung");
  • Hilfe, Pflege und Betreuung zu Hause oder in Tagesstätten;
  • Mehrkosten für eine lebensnotwendige Diät;
  • Transport zum nächstgelegenen medizinischen Behandlungsort;
  • Kosten für Pflegehilfsmittel, wie die Miete eines elektrischen Pflegebettes;
  • Beteiligung an den Kosten der Krankenkasse (Selbsbehalt und Franchise) bis zum Betrag von jährlich CHF 1'000.00;
  • ärztlich verordnete Badekuren und Aufenthalte zur Genesung und Erholung (Rekonvaleszenz), wobei ein Beitrag für Verpflegung abzuziehen ist.

Eine Entschädigung an Familienangehörige, welche die Pflege übernehmen, ist möglich. Sie wird aber nur berücksichtigt, wenn diese durch die Pflege über längere Zeit das Einkommen stark oder ganz einbüssten.

Leisten Personen Hilfe oder Betreuung, die nicht im selben Haushalt leben (z. B. Nachbarn), so können Kosten bis zur Höhe von jährlich CHF 6'000.00 rückerstattet werden.

Wenn Krankheits- und Behinderungskosten nicht durch die EL zurückgezahlt werden können, kann ein Antrag an Pro Senectute oder an Pro Infirmis für eine eventuelle Hilfe vorgelegt werden. 

Höchstbeträge, die zurückgezahlt werden können

Für die Krankheits- und Behinderungskosten können pro Jahr zusätzlich zu den Ergänzungsleistungen höchstens folgende Beträge vergütet werden :

Alleinstehende CHF 25'000.00
Ehepaare CHF 50'000.00
Heimbewohner CHF   6'000.00

Für zu Hause wohnende Personen mit einem Anspruch auf eine Hilflosentschädigung der IV oder der Unfallversicherung erhöht sich der Betrag auf CHF 90'000.00 bei schwerer - resp. CHF 60'000.00 bei mittelschwerer - Hilflosigkeit, soweit die Kosten für Pflege und Betreuung durch die Hilflosentschädigung nicht gedeckt sind.
Unter gewissen Bedingungen können auch die Kosten für direkt angestelltes Pflegepersonal berücksichtigt werden.

Kosten für Zahnbehandlung

Die Kosten für eine Zahnbehandlung werden nur rückerstattet, wenn es sich um eine einfache, zweckmässige und wirtschaftliche Behandlung handelte und in der Schweiz von anerkannten Praktikern ausgeführt sind. Wenn eine Zahnbehandlung voraussichtlich mehr als CHF 1'000.00 kosten wird, muss vor der Behandlung der Ausgleichskasse ein detaillierte Kostenvoranschlag eingereicht werden.

Merkblatt

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt der Informationsstelle AHV :